Stationäre Angebote

Die stationären Hilfeangebote des Trägers Menschen(s)kinder gGmbH richten sich vor allem an Familien, für die eine vorübergehende räumliche Trennung durch eine Fremdunterbringung als geeignete Option erscheint, um bestehende Konflikte oder problematische Lebenssituationen beruhigen und umstrukturieren zu können.

Die Hilfeleistungen in den Teileinrichtungen des Trägers erfolgen dabei in der Regel nach §34 SGB VIII. Zusätzlich können partiell Hilfen nach §35a SGB VIII installiert werden. Die Teileinrichtungen verfügen grundsätzlich über eine Betriebserlaubnis gemäß §45 SGB VIII. Die Hilfeleistungen im stationären Bereich des Trägers sind in der Regel auf mittel- und langfristige Planungszeiträume ausgerichtet. Allerdings kann der Träger auch in akuten Krisen- und Notsituationen durch eine kurzfristig eingesetzte stationäre Hilfeleistung zur Entspannung der Situationen beitragen.

Die Themenschwerpunkte Partizipation und Beschwerde werden innerhalb der Teileinrichtungen gemäß, den verhandelten Leistungsinhalten aus den Qualitäts- und Leistungsbeschreibungen sowie den Konzeptionen umgesetzt. Zudem erfolgt anhand unterschiedlicher Methoden die stetige Qualifizierung der Verfahrensweisen und Prozesse.

Zu den stationären Angeboten des Trägers zählen:

Familienanaloge Wohngruppen

Diese Wohnform bildet das Kernelement der Angebotsstruktur des Trägers. Hierbei werden in kleinen Teileinrichtungen des Trägers (angemietete Wohnung oder Einfamilienhaus) in einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung zwischen 4-6 Kinder im Alter von 0-18 Jahren von in der Regel zwei Erziehern betreut. Die Kinder haben über einen im Hilfeplan festgesetzten Zeitraum ihren Lebensmittelpunkt in der Gruppe. Der Kontakt zur Herkunftsfamilie bleibt nach Möglichkeit bestehen.
(Gesetzliche Grundlage: §34 SGB VIII; auch in Verbindung mit §35a SGB VIII)

Wohngruppen

Die in der Gruppe untergebrachten Kinder und / oder Jugendlichen leben über einen im Hilfeplan festgesetzten Zeitraum in einer vom Träger angemieteten Wohnung. Sie werden dabei von einem Erzieherteam begleitet, welches sich mit den Diensten über Nacht in festgesetzten Rhythmen abwechselt. Die Ziele in der Betreuung liegen zumeist in der Bearbeitung von Vertrauensbereitschaft und Beziehungserarbeitung sowie der Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben in eigenem Wohnraum. Aufnahmen und Entlassungen erfolgen in kürzeren Abständen als in Familienähnlichen Wohngruppen.
(Gesetzliche Grundlage: §34 SGB VIII)

Intensivgruppe

Das Angebot der Intensivgruppe richtet sich an junge Menschen, die neben der Offenheit einer größeren Gruppenstruktur direkte Bezugspersonen als stabile Größen in Ihrem Leben benötigen. Es werden in der täglichen Arbeit Handlungsansätze erarbeitet, mit denen die jungen Menschen den Anforderungen ihrer Umwelt angemessen begegnen können.
So sollen nachhaltig über die Einbindung der Ressourcen der jungen Menschen Problemlösungsstrategien entwickelt und umgesetzt werden.
(Gesetzliche Grundlage: §34 SGB VIII)

Trainingswohnen

Mit diesem Angebot richtet sich der Träger besonders an Jugendliche, die nach einer stationären Unterbringung in einer Wohngruppe des Trägers das selbstständige Wohnen erlernen sollen. Dabei ist der Blick auf die vorhandene Nähe zum stationären Gruppenangebot gerichtet. Den Jugendlichen ist es nach Absprache möglich, den Rat und die Unterstützung der Pädagogen des Gruppenangebotes, an welches das jeweilige Trainingswohnen angegliedert ist, einzuholen.
(Gesetzliche Grundlage: §34 SGB VIII)

Betreutes Wohnen

Die Jugendlichen, die in dieser Betreuungsform eine Form von Hilfe zur Erziehung erhalten, befinden sich bereits häufig auf dem Sprung in eine Ausbildung oder bereits in das tatsächliche Berufsleben. Vor der kompletten Verselbstständigung erhalten sie im durch den Träger angemieteten Wohnraum durch einen Sozialpädagogen Unterstützung und Beratung in Fragen des Alltags. Sie wohnen dabei mit anderen Jugendlichen in einer Mehrraumwohnung.
(Gesetzliche Grundlage: §34 SGB VIII)

Betreutes Einzelwohnen

Die Unterscheidung zum Mehrplatzwohnen liegt darin, dass die jugendlichen Menschen allein in einer vom Träger angemieteten Wohnung leben. Dabei erhalten auch sie Unterstützung von Sozialpädagogen des Trägers. Wir versuchen den Jugendlichen zu ermöglichen, dass sie bei ausreichender Vorbereitung und Selbstständigkeit mit Vollendung des 18. Lebensjahres die Wohnung übernehmen können.
(Gesetzliche Grundlage: §34 SGB VIII)

Muter-/Vater-Kind Unterbringung nach §19 SGB VIII

Die Mutter-/ Vater-Kind-Unterbringung richtet sich an jene alleinerziehende Mütter und Väter, die Unterstützung bei der Pflege und Versorgung ihres Kindes benötigen. Dabei sind vorrangig junge Mütter und Väter mit nicht vorhandener familiärer Anbindung im Fokus der Leistungserbringung. Sie sind häufig alleinverantwortlich für die Betreuung und Versorgung ihrer Kinder, was das Risiko von Überforderungssituationen im alltäglichen Handeln erhöht.
Ziel der Betreuung ist die Förderung der Elternkompetenz zur eigenständigen und eigenverantwortlichen Wahrnehmung der Elternrolle.
(Gesetzliche Grundlage: §19 SGB VIII)

Inobhutnahme nach §42 SGB VIII

Die Inobhutnahmestelle des Trägers ist an ein Gruppenangebot des Trägers angegliedert. Sie dient zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen in vor allem am Wochenende und an Feiertagen auftretenden Krisenzeiten. Mit dieser Anlaufstelle ist es für junge Menschen möglich, sich sowohl selbstständig als auch z.B. mit Hilfe vorübergehend in einen Schutzraum zu begeben. Ggf. weitere Notwendigkeiten für Hilfemaßnahmen werden nach der akuten Krise gemeinsam mit dem Jugendamt und der Familie abgestimmt.
(Gesetzliche Grundlage: §42 SGB VIII)